Drehstart für den Ostfriesenkiller

Drehstart für den „Ostfriesenkiller“: Berliner Produktionsfirma dreht in Norden-Norddeich

Draußen: 28 Grad im September und Sonne satt. Drinnen: lange Hose, Wachsmantel und vor allem – viel künstliches Licht. Es ist exakt 9.40 Uhr. „Ruhe bitte, keiner geht mehr durchs Bild!“ –mit Schwung wird die Tür des markanten türkisfarbenen Kleinwagens geöffnet und Ann Kathrin Klaasen überquert, von den spätsommerlichen Temperaturrekorden scheinbar unbeeindruckt, mit großen Schritten den Hof. Hier, auf einem Reitergut irgendwo in der Norder Westermarsch, zwischen Misthaufen und 72 Pferden, fallen seit gestern die ersten Klappen für „Ostfriesenkiller“.

drehstart_paul7ergruppe_blickpunktfilm_schiwagowebseite_paulwebseite_klein_1024x683

ostfriesenkiller-drehtag-2_reduzierte-groesse_5_1024x678Mehrere Jahre an detaillierten Vorgesprächen und Vorbereitungen hat es gedauert, um Klaus-Peter Wolfs ersten Roman mit der eigensinnigen Norder Kommissarin, die im Film von Publikumsliebling Christiane Paul verkörpert wird, für die heimischen Bildschirme vorzubereiten. „Jetzt sind wir alle froh, dass es endlich los geht“, sagt Simon Grohe. Der Producer der Berliner Schiwago Film wollte die populäre Buchreihe des Wahl-Norders Wolf schon verfilmen, als die Geschichten von Ostfrieslands dunkler Seite noch gar keine Bestseller waren. Unter der Regie von Sven Bohse wird die spannende Handlung rund um eine verhängnisvolle Mordserie im Umfeld des fiktiven „Regenbogen-Vereins“ nun filmische Wirklichkeit.

ostfriesenkiller-drehtag-2_reduzierte-groesse_4_1024x678Vier Wochen lang ist der bis zu 100 Meter lange Tross aus Wohn- und Lastkraftwagen, PKWs mit Berliner und Wiesbadener Kennzeichen und zahlreichen anderen Fahrzeugen dazu ab sofort in Norden und Umgebung unterwegs. Einer von ihnen, ein auffällig unauffälliger Kleinwagen in einem ein wenig ausgewaschen wirkenden Türkiston, spielt dabei auch vor der Kamera eine wichtige Rolle: der Privatwagen von Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. „Im Buch ist der eigentlich froschgrün, aber dieser hier war einfach wie geschaffen für unsere Zwecke“, flüstert Produktionsleiter Dusko Pupic-Bakrac, während die zweiachsige Requisite mit dem demolierten Typenschild für die nächste Szene in Position gebracht wird.

ostfriesenkiller-drehtag-2_reduzierte-groesse_1_1024x678Nebenan sorgen bereits wieder viele fleißige Hände dafür, dass im straffen Drehplan einer modernen TV-Produktion auch weiterhin alles rund läuft – und möglichst wenig der wertvollen Zeit verloren geht. Während der auf Filmdrehs spezialisierte Caterer in einem umfunktionierten blassroten Bus für das leibliche Wohl der knapp 45-Teammitglieder und Schauspieler sorgt, bearbeitet Sonja Greif in der mobilen Garderobe die Jacke, die Ann Kathrin Klaasen in einer der kommenden Szenen tragen soll.

Dass es dabei mitunter nicht nur um Waschen, Trocknen und Bügeln geht, erklärt Dusko Pupic-Bakrac: „Es ist schlicht unmöglich und auch logistisch wenig sinnvoll, einen Film dieser Länge in exakt der Reihenfolge abzudrehen, wie sie die Handlung eigentlich vorgibt.“ Um die Kontinuität der Requisiten auch im Detail sicherzustellen, sei deshalb tagtäglich höchste Aufmerksamkeit gefragt.

ostfriesenkiller-drehtag-2_reduzierte-groesse_2_1024x678„Eine Jacke, die gerade eben noch mit Schlickspritzern aus dem Norddeicher Watt übersät war, darf schließlich nicht Sekunden später wieder wie ladenneu ausschauen“, weiß Gardrobiere Sonja Greif. Draußen ist derweil alles im Kasten – das große Umziehen nimmt seinen Lauf. Bis es für Ann Kathrin Klaasen tatsächlich hinaus ins Watt geht, werden allerdings noch ein paar Drehtage ins weite ostfriesische Land ziehen.